GEMEINSAM.SICHER gegen Taschendiebe

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Die Polizei startet mit den Graz Linien und der Ordnungswache eine Sicherheitsoffensive gegen Taschendiebstähle: Öffi-Fahrgäste werden beim Auftreten von Taschendieben über Durchsagen und Infoscreen-Einschaltungen gewarnt.

Die Warnungen erfolgen anlassbedingt und zeitnah: Sobald mehr als zwei Taschendiebstähle binnen kurzer Zeit angezeigt werden, meldet die Polizei dies der Holding Graz – diese wiederum gibt die entsprechende Information per Knopfdruck an die Fahrgäste in Bussen und Straßenbahnen weiter. Dabei setzt man auf einen Informationsmix: Über die Infoscreens werden Hinweise in deutscher und englischer Sprache eingespielt, über die Funkleitstelle der Holding Durchsagen – eingesprochen von Schauspieler Gregor Seberg – veranlasst. Plakate, die in den Fahrzeugen ausgehängt sind, weisen auf diese anlassbezogenen Durchsagen hin.

“Taschendiebstähle werden vor allem im Innenstadtbereich verübt”, sagt der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter. “Daher war und ist es uns wichtig, die Menschen im Falle des Falles rasch, aber angstvermeidend zu informieren.”

Kein Grund zur Panik. Die Idee zur Info-Offensive stammt von den beiden Polizisten Robert Metzler und Manuel Leitner von der Polizeiinspektion Schmiedgasse, die im Rahmen der Initiative GEMEINSAM.SICHER des Innenministeriums als Sicherheitsbeauftragte – also direkte Ansprechpartner für die Bevölkerung in allen sicherheitsrelevanten Angelegenheiten – tätig sind. “Bislang haben wir beim verstärkten Auftreten von Taschendieben lediglich unsere Streifentätigkeit verstärkt”, sagt Robert Metzler, “jetzt können wir dank der Kooperation der Holding Graz auch zusätzlich rasch die potenziellen Opfer warnen. Das ist für uns ein ganz entscheidender Vorteil, wenn es um die Verhinderung von Straftaten geht.” – “Taschendiebe sind grundsätzlich sehr ,konfliktscheu'”, ergänzt sein Kollege Manuel Leitner. “Deshalb besteht kein Grund, Angst zu haben, wenn die Warnungen durchgegeben werden – es genügt völlig, gut auf Taschen und Wertsachen aufzupassen.”

Richtig reagieren. Fahrgäste reagieren im Anlassfall daher richtig, indem sie nicht in Panik verfallen und lediglich verstärkt auf ihre Handtaschen und Wertgegenstände achten. Die Täter nutzen gerne das Gedränge – sei es in den Öffis, beim Ein- und Aussteigen oder auf belebten Plätzen -, um die Unachtsamkeit ihrer Opfer auszunutzen. Hand- und Umhängetaschen sollten deshalb grundsätzlich mit der Verschlussseite zum Körper hin oder vor dem Bauch getragen werden; Geld, Kreditkarten, Dokumente und andere Wertsachen sollte man immer eng am Körper und in verschlossenen Innentaschen verwahren – in der Gesäßtasche sind sie äußerst leichte Beute. Wer bestohlen wird oder einen Diebstahl bemerkt, möge stets unverzüglich die Polizei über den Notruf 133 oder 112 (Euronotruf) verständigen!

Signal an die Täter. Parallel zu den Warnungen wird die Ordnungswache auf den Plan treten und verstärkt in Bussen und Straßenbahnen patrouillieren. Damit und mit den Einschaltungen in Bus und Bim will man auch die Tätergruppen erreichen, um zu signalisieren: Die Menschen sind gewarnt – und durch deren Zutun ist die Wahrscheinlichkeit, Beute zu machen weitaus geringer als jene, erwischt zu werden.

Moderne Polizeiarbeit. Für den Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, der diese Sicherheitsoffensive am 27. Oktober 2016 mit präsentierte, ist die Initiative ein gelungenes Beispiel für moderne Polizeiarbeit: “Sicherheit bedeutet, in Netzwerken zu arbeiten”, sagte er. “Das gelingt uns in Graz immer besser. Unsere Polizei kooperiert eng mit der Feuerwehr und jetzt auch mit unseren Graz Linien. Nicht Angst machen, sondern dann warne, wenn’s notwendig ist, damit die Fahrgäste aufmerksam sind – das ist Community Policing und das ist seriöse Sicherheitspolitik!” Für die Vorstandsdirektorin für Mobilität und Freizeit bei der Holding Graz, Barbara Muhr, war es eine Selbstverständlichkeit, das Angebot der Polizei zur Kooperation anzunehmen: “Das ist für uns eine weitere von vielen Maßnahmen, um für ein Mehr an Sicherheit für unsere Fahrgäste und unser Fahrpersonal zu sorgen. Daher beteiligen wir uns sehr gerne daran.”

Weitere Informationen zur Sicherheitsoffensive sind auf der Homepage der Stadt Graz zu finden.